Kalorien zählen Ja oder Nein

Kalorien zählen oder doch lieber nicht?

 

Die gängigste Wahrnehmung in der Allgemeinheit über Fettverlust und Abnahme ist die einfache Rechnung der Reduktion von Kalorien:

 

Weniger Kalorien = Abnehmen = Fettabbau

 

Nun ist diese Aussage nicht gänzlich falsch, sie ist aber auch nicht nur richtig und so einfach zu lösen.

 

Die meisten Menschen wählen bei dieser Vorgehensweise für eine Reduktion von Kalorien einfach die Methode "ich esse halt weniger vom selben oder ich esse nur noch Salat". Diese am meisten verbreitete Methode (welche sich auch teilweise Firmen zu Nutze machen um ihre „Drink 3 mal am Tag unseren Diätdrink und am Abend noch ein Stück Fleisch mit Salat“ Methode an den Mann und noch öfter an die Frau zu bringen), ist aber leider auf lange Sicht kontraproduktiv und führt nicht selten dazu, dass die Betroffenen am Ende mit mehr Kilos da stehen als am Anfang.


Lasst mich kurz erklären wieso: Wenn Du weniger isst (evtl. noch Sport machst), wirst du in der Tat durch das Kaloriendefizit kurzfristig auch abnehmen. Du wirst aber auch deinen Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen und dieser ist essentiell für ein langfristig erfolgreiches Abnehmen.

 

Durch die verminderte Nahrungszufuhr wird sich Dein Stoffwechsel verlangsamen. Weil der Körper permanent zu wenig Nahrung erhält, wird er um Dein Überleben zu sichern anfangen Energiereserven aufzubauen mit der wenigen Nahrung die noch kommt und das bedeutet er fängt an Fettdepots aufzufüllen für den Notfall, dass die Nahrung noch weiter reduziert werden sollte (Randnotiz: Dein Körper hat von Natur aus kein Interesse daran sexy zu sein, das geht Deinem Körper wirklich an seinem eigenen Allerwertesten vorbei. Dein Körper hat nur ein Interesse: Dein Überleben sicherzustellen und dafür benötigt er Energie, wenn er zu wenig davon bekommt, fängt er sie an zu horten um für Notfälle Deine überlebenswichtigen Funktionen mit Energie versorgen zu können. Er wird nie so denken „Ah ich bekomme wenig Nahrung, also mache ich mir ein Six-Pack ;-).

 

Diese permanente reduzierte Nahrungszufuhr führt in der Regel bei den meisten Menschen auch zu Hunger-Attacken, die sie dann zwischendurch mit Zucker und/oder Salzhaltigen Fertigprodukten stillen (welche dann wieder den Insulinspiegel in die Höhe schiessen lassen, was wiederum die Fetteinlagerung weiter fördert… Ihr kennt die Story). Konsequenz von all dem = der Gewichtsverlust wird sich nach einer gewissen Zeit einstellen, Du wirst dich Energielos fühlen, Du wirst nicht nur Fett sondern auch Muskelgewebe verloren haben und irgendwann wirst Du sogar anfangen wieder zuzunehmen.

 

Fragt Euch mal selber, wie viele Menschen Ihr in Eurem Umfeld kennt, welche eine Diät angefangen haben und in den ersten Wochen freudig über die ersten paar Kilo Verlust berichtet haben. Ihr seht sie ein paar Monate später und die Person sieht immer noch gleich (oder wie vor der Diät) aus und sie kann sich selber nicht erklären, wieso es nach diesen paar Kilos nicht mehr weiter geht. Ziemlich sicher ist die oben beschriebene Konstellation schuld.

 

Nun, wieso ist es denn nicht so simpel, einfach nur die Kalorien zu zählen? Die Antwort ist: eine Kalorie ist nicht gleich eine Kalorie. 100 Kalorien mageres Putenfleisch sind nicht gleich 100 Kalorien von einem Stück Kuchen (Proteine und Kohlenhydrate haben übrigens den identischen Kaloriengehalt pro Gramm). 100 Protein Kalorien haben nicht den selben Effekt wie 100 Kohlenhydrat Kalorien auf unseren Körper. Der grosse Unterschied ist, das der Körper die Kalorien vom Protein kaum speichern kann und das meiste im Stoffwechselvorgang als Wärme freigesetzt wird. Umgekehrt bei den Kalorien aus Kohlenhydraten, die können gespeichert werden und wenn sie das tun, dann im Fett.

 

Fazit: Um langfristig abzunehmen und schlank zu bleiben halte dich an folgende Punkte:

  1. Halte Deinen Stoffwechsel mit regelmässiger Bewegung in Schwung. Dazu gehören auch tägliches Treppensteigen, Spazieren und natürlich Sport. Hierbei haben regelmässig durchgeführte intensive Intervall Einheiten einen sehr guten Einfluss auf den Stoffwechsel. 1 x die Woche Sport und sonst keine Bewegung recht hierfür nicht aus.
  2. Zähle nicht Kalorien, sondern achte auf eine proteinhaltige Ernährung mit gesunden Fetten und Kohlenhydraten aus Gemüsen und Früchten, die sich positiv auf Deinen Stoffwechsel und auch auf Deine Kalorienqualität sowie -Quantität auswirken. Verzichte auf Fertigprodukte mit hohem Zuckergehalt. Halt dich auch von sogenannten „Fit“, „Diät“ oder „Sport“ Müslis fern. An diesen ist rein gar nichts Fit, Diät oder Sport.
  3. "Eat real Food" - Durch die Einnahme von Qualitativ wertvoller Nahrung wirst du von Heissgelüsten und Hungerattacken verschont bleiben. Nebst den positiven Auswirkungen auf Dein Gewicht, wirst Du in vielen Aspekten deines Lebens profitieren (besseres Hauptbild, gesteigertes Wohlbefinden, mehr Energie, bessere Schlafqualität etc.).
  4. Führe regelmässig Kraftübungen durch. Nein, Du musst weder Bodybuilder noch ein Muskelpaket werden. Widerstandstraining wirkt sich erwiesenermassen sehr positiv auf Deine Ziele aus, da jedes Gramm mehr an Muskelfasern auch mehr Energie verbraucht. Es gibt genügend Studien, die Belegen, dass Probanden mit Krafttraining mehr Fett verlieren als die Probanden, welche nur Ausdauertraining absolvierten. Die Probanden im Ausdauertraining haben jeweils nebst Fett auch immer einen beachtlichen Teil an Muskelmasse verloren und damit auch Energiefresser verloren, (was du zwingend verhindern willst). Im Ruhezustand haben die Teilnehmer mit mehr Muskelfasern einen höheren Grundumsatz an Kalorienverbrauch, was sich schlussendlich wieder positiv auf den Fettabbau auswirkt

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