Working-Out-Mom

Viele Mütter kennen das Dilemma. Es ist nicht immer einfach im Familienalltag alles unter einen Hut zu bringen. Kinder für die Schule vorbereiten, den Haushalt erledigen, Kochen, Einkäufe tätigen, evtl. noch Teil- oder sogar Vollzeit arbeiten, Zeit mit dem Ehepartner verbringen, Kinder in Kurse bringen, und und und... Irgendwo davor, dazwischen, danach sollte noch eine körperliche Ertüchtigung Platz haben. Aber woher die Zeit nehmen, wenn nicht stehlen?

 

Ich bin Simone, die Lebenspartnerin von Dino "Mr. Unplugged", zweifache Mutter und mit 44 so fit wie noch nie in meinem Leben.

 

Dabei konnte ich mich eigentlich bis vor einem Jahr für Fitnesstraining überhaupt nicht begeistern. Obwohl ich vor ca. 13 Jahren mal Mitglied in einem hübschen und renommierten Fitnessstudio war, wurde ich nie wirklich "warm" mit diesem Sport.

 

Voller Euphorie startete ich im Center, jedoch langweilte mich das Training an den Maschinen ziemlich schnell wieder. Die monotonen Bewegungsabläufe, welche sich auch noch Woche für Woche wiederholten, liessen keine "Action" aufkommen. Auf dem Laufband fühlte ich mich im wie Hamsterrad. Der Zeitaufwand für die Hin- und Rückfahrt half auch nicht meine Motivation zu steigern. Ernüchternd war aber vor allem auch die Tatsache, dass ich gemessen am Zeitaufwand (ca. 2 Stunden mit Allem drum und dran) keine wirklichen Erfolge sah. Klar, ich fühlte mich ein wenig fitter, da ich vorher gar nichts gemacht habe. Aber eine wirkliche Transformation gab es nicht.

 

Daher endete dieses Vorhaben mit der Schwangerschaft unserer ersten Tochter und wurde von mir auch nicht mehr weiter verfolgt. Nach zwei Kindern war meine Figur nicht mehr so wie früher. Klar, man wird älter und die Prioritäten ändern sich, dennoch erreichte ich irgendwann einen Punkt an dem ich mich nicht mehr wohl fühlte. Irgendwie haben sich da über die Jahre ca. 10 Kilo unangemeldet und klammheimlich eingeschlichen. Den unerwünschten "Hausbesetzern" musste den Kampf angesagt werden.

 

Ich fasste die Entscheidung etwas zu ändern und passte meine Ernährung an. Erste Erfolge motivierten mich weiter zu machen. Es war keine radikale Veränderung, sondern kleine Anpassungen Schritt für Schritt. Ich wollte keine "30 Tage Crash Diät" von irgendwelchen Heften kopieren. Mein Ziel war eine Umstellung meiner Gewohnheiten, welche ich für den Rest meines Leben einhalten kann. Wie schreibt mein Mann jeweils: "Eat real Food", weg mit den Chips, weg mit den fertig Saucen, weg mit den täglichen Süssigkeiten hin zu Früchten, Nüsse, proteinreichen Mahlzeiten mit allerlei Gemüse. Es ging nicht darum wenig zu essen, sondern das Richtige. Salatdiäten mit super-kleinen-mini-Hamster Portionen bringen dich nirgends hin.

 

Die Wende

 

Nun, welchen Sport sollte und wollte ich machen? Ich startete mit Joggen, aber das alleine reichte nicht aus um den Körper ganzheitlich weiter zu bringen. Mein Mann überredete mich an eine Bootcamp Vorführung mitzugehen und dieses Erlebnis änderte meine gesamte Einstellung zum Sport.

 

Die Energie der Gruppe schwappte augenblicklich auf mich als Zuschauer rüber. Es gab keine Spiegel, wo sich die Trainierenden bewunderten, keine Hochglanzmaschinen mit starren Bewegungsabläufen, stattdessen hochintensive Ganzkörperübungen, High-Tempo Action und das Beste, nach 20 Minuten war das Workout beendet. Die Teilnehmer waren erschöpft aber offensichtlich glücklich über ihre Leistung. Noch während der Vorführung war für mich klar geworden, dass ich das zu Hause ebenfalls ausprobieren möchte.

 

Seit diesem Tag trainiere ich regelmässig 3 mal die Woche nach den Methoden, wie sie hier auf "Training Unplugged" erklärt werden. Das Tolle ist, man kann die Workouts seinem eigenen Tempo anpassen und immer wieder neu kombinieren. 3 x 20 Minuten Training mit dem eigenen Körper im Vergleich zu 3 x 2 Stunden Aufwand von früher und dies heute erst noch mit weitaus mehr Erfolg. Dieses Training führe ich auch in meinen Ferien am Strand oder im Hotelzimmer durch. Keine Ausrüstung nötig, mein Fitnesscenter bin ich selber - Unplugged eben :-)

 

Ich bin schneller und stärker als ich es mit 20 war. Ich freue mich jedes Mal auf das Training und kann mir ein Leben ohne mein Bodyweight Workout gar nicht mehr vorstellen. Burpees und Squats sind gute Freunde von mir geworden. Die Aussage, dass kurze und intensive Workouts eine Menge Glückshormone ausschütten, kann ich aus eigener Erfahrung absolut bestätigen. 

 

Diese Art des Trainings hat meine Einstellung in anderen Lebensbereichen ebenfalls positiv beeinflusst. Mied ich früher jede unnötige Anstrengung, freue ich mich heute auf ein schweisstreibendes Workout und stelle mich auch neuen Aufgaben. So nehme ich auch dieses Jahr wieder am Fisherman Strongmanrun teil. Eine Herausforderung, für welche ich mir noch vor 2 Jahren unmöglich vorstellen konnte, dass ich diese auch nur Ansatzweise bewältigen könnte.

 

Und so bleibt auch immer aussreichend Zeit für alle anderen Aufgaben im Alltag, selbst wenn diese neuerdings regelmässig von einem wohltuenden Muskelkater in den Beinen und Po begleitet werden (aber das sind doch genau die Körperpartien, die uns Frauen am wichtigsten sind... ach ja... den Männern auch ;-)

 

20 Minuten Zeit zwei- oder dreimal die Woche findet jeder in seinem Wochenplan.  Also, versucht es liebe Mütter und Frauen (Väter natürlich auch), bleibt dran, habt Spass am Workout, Spass an der gesunden Ernährung, dem neuen Lebens- sowie Körpergefühl und natürlich.... NO EXCUSES :-)

 

Sportliche Grüsse

Simone

 

PS: Die 10 Kilo sind übrigens wieder ausgezogen :-)

 

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